Kranke Ameisen sterben einsam
Als sie ihre unheilbare Krankheit bemerkt und den Tod nahen fühlt, verlässt sie ihr Zuhause, ihre Gruppe, ihre Freunde. Sie sucht die Einsamkeit, um zu sterben. Sie denkt nicht an sich selbst, es geht ihr um die Gemeinschaft, die sie vor der Krankheit schützen muss.
Was sich anhört, wie das Ende eines melodramatischen Hollywood-Epos ist tatsächlich das Arbeitsergebnis einer Regensburger Forschergruppe vom Institut für Zoologie.
Für die Spezies Temnothorax unifasciatus wiesen die Forscher unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Heinze nach, dass einzelne todkranke Ameisen den Kontakt mit ihren Mitbewohnern vermeiden und das Nest verlassen, um abseits ihrer Artgenossen zu sterben. Offenbar entscheiden sich die kranken Ameisen selbst zu diesem Schritt und werden nicht etwa von ihren gesunden Ameisenfreunden dazu gezwungen.
Ein ähnliches Verhalten von todkranken Tieren, die sich zum Sterben in die Einsamkeit zurückziehen, ist für Elefanten und Löwen bekannt, im Fall der Ameise ist diese Erkenntnis allerdings neu. Interessant ist sie vor allem auch für Wissenschaftler, die sich mit dem Sozialverhalten von Tieren im Allgemeinen, dem komplexen Prozess der Evolution, Alterungsprozessen oder auch Fragen der Ökologie beschäftigen.
Wer sich wissenschaftlich fundiert über die Studie informieren will, kann den gerade erschienen Aufsatz “Moribund Ants Leave Their Nests to Die in Social Isolation” (Jürgen Heinze und Bartosz Walter) in der Zeitschrift „Current Biology“ nachlesen.
Von Margit Adler am 1. Februar 2010

#1
Löst übrigens ein ziemliches Medienecho aus, die Ameisen-Meldung:
Zeit-Newsticker
Stern Wissen
Newsticker der Süddeutschen Zeitung (der Link ist bereits wieder inaktiv, Artikel war dort um 13.00 Uhr am 29.01. gepostet)
u.v.a.
#2
wir müssen den ameisenbär bald besorgen